Theaterabend Weihnachten 1967 „Der Knecht vom Eichenhof“

von links: Albert Weber, Ilse Caesar, Gerd Kemmer, Wolfgang Fettig, Agathe Fettig, Albert Weber (kniend), Helmut Lange, Herta Schmidt, Erich Jaekel, Dieter Moevius, Kurt Ruppenthal 
Erste Aufführung im Gemeinschaftshaus 1970/1971 „Mag auch die Liebe weinen“

stehend von links: Erich Jaekel, Kurt Kaiser, Ursula Ruppenthal, Toni Ritter, Dieter Moevius, Herta Schmidt, Herbert Kunz, Helma Schneider; sitzend: Helmut Lange, Liane Lange, Heike Nieland, Erich Arnold 
Theater 2008/2009  von links: Sabine Gordner, Denise Kämmerling, Michael Finck, Ute Velten, Andreas Arnold, Martin Kämmerling, Silvia Biegel, Irmgard Fettig, Peter Junietz, Kristin Galle, Thorsten Müller, Wolfgang Fettig 

Theater 2010

Das Theaterlaienspiel hat in Niederhambach eine sehr große Tradition. Nicht nur wegen des sehr erfolgreichen Wirkens der Truppe, sondern auch deshalb, weil dieses Wirken seit nun­mehr 60 Jahren Jahr für Jahr praktiziert wird.

Alles hat Ende der 40er Jahre begonnen. Um den Menschen nach dem schrecklichen Krieg etwas Fröhlichkeit zu spenden, begannen Fritz Zix und Erich Jaekel zunächst bunte Abende auf die Beine zu stellen. Dabei wurden Sketche und Einakter zur Belustigung und Unterhaltung der Zuschauer aufgeführt. Schon bald merkte man, dass diese Art der Unterhaltung sehr gut ankam.

Man ging dann unverzüglich dazu über, abendfüllende Mehrakter unter der Leitung von Erich Jaekel aufzuführen. Ernste und heitere Stücke wechselten sich im Laufe der Jahre ab. Da das Publikum in Scharen angeströmt kam, ging man dazu über, mehrere Aufführungen anzubieten. Diese Theateraufführungen fanden fast ausschließlich um die Weihnachtszeit 20 Jahre lang im Saale Weber im Ortsteil Heupweiler statt. Sicher war die Wahl der Jahreszeit nicht immer optimal, da manchmal bedingt durch Schnee und Eisglätte der Weg zu den Aufführungen für das Publikum erschwert wurde. Aber man wählte diese Jahreszeit deshalb, weil viele der Darstellerinnen und Darsteller in der Landwirtschaft tätig waren und nur im Winter die Zeit aufbringen konnten, mitzuwirken.
Da sich beim Publikum dieser Zeitraum eingespielt hat, öffnet sich auch heute noch um die Weihnachtszeit der Vorhang.

Die Theateraufführungen beschränkten sich schon bald nicht mehr nur auf Niederhambach. Es gab viele Wünsche von Wirten in anderen Orten, die Säle besaßen, auch dort aufzutreten. Wo es sich technisch durchführen ließ, kam man diesen Wünschen auch nach. So fanden bis heute in 15 verschiedenen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung Aufführungen statt.

Ab dem Jahre 1970 wurde die Aufführungsstätte in Niederhambach gewechselt. Dies wurde notwendig, da der Saal Weber einer anderen Verwendung zugeführt werden sollte. Zum Glück wurde 1970 die ehemalige Volksschule im Ortsteil Böschweiler zu einem Gemeinschaftshaus umgebaut. Durch den Einbau einer Bühne war es nun möglich, dass die Aufführungen seit nunmehr 40 Jahren dort stattfinden konnten.

Ab Mitte der 80er Jahre wurden keine ernsten Stücke mehr aufgeführt, weil sich ganz klar herauskristallisiert hatte, dass die Leute lieber „etwas zum Lachen" sehen wollten.

Das Jahr 1989 brachte einen Wechsel in der Spielleitung. Erich Jaekel, der 40 Jahre lang mit Können, mit sehr großem Erfolg, mit viel Engagement und mit dem notwendigen Einfühlungsvermögen die Truppe leitete, gab sein Amt als Regisseur aus Altersgründen ab. Mit Hochachtung und großem Respekt wurde seine Leistung gewürdigt. Er hat die Ortsgemeinde Niederhambach weit über deren Grenzen hinaus bekannt gemacht. Sein Name wird für immer und ewig, mit dem Bachfinkentheater verbunden sein.
Neuer Leiter der Theaterlaienspielgruppe wurde Wolfgang Fettig. Er hatte bereits Erfahrung sammeln können als Leiter der Theaterjugendgruppe, mit der er mehrere Jahre arbeitete. Ferner hat er in vielen Jahren selber aktiv mitgewirkt.
Auch unter seiner Leitung seit nunmehr 20 Jahren ist und war der Erfolg des Bachfinken-Theaters nicht minder. Seit dem Wechsel wurden sämtliche Stücke auf „Bacher Platt" aufgeführt.

Eine Aktivität hat dem Bachfinkentheater besondere Sympathien eingebracht. Seit nunmehr 37 Jahren laden sich die Bachfinken Bewohner aus Alten- und Seniorenheimen aus dem Kreis Birkenfeld, sowie die Senioren aus Niederhambach und Elchweiler zu einem Seniorennachmittag ein. Diesen Gästen, deren Zahl sich immer zwischen 100 und 150 bewegt, wird nicht nur eine kostenlose Theateraufführung geboten, sondern sie werden auch noch kostenlos mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die Kuchen werden freundlicherweise von Frauen aus Niederhambach und Elchweiler gespendet.

Die Zahl der Personen, die von Anfang an bis heute beim Theaterlaienspiel mitgewirkt haben liegt bei ca. 130. Allen Aktiven muss man ein dickes Lob aussprechen, dass sie sich in einer Saison drei Monate lang in den Dienst der Sache stellen. Auswendig lernen, die Aufregung bei den Aufführungen, alles das tragen sie sehr geduldig.

Aber der stressigste Teil vom Theaterlaienspiel ist das Aussuchen der Stücke: Hierbei sind so viele Dinge zu berücksichtigen. So sollten z. B. die Rollen auf die zur Verfügung stehenden Akteure passen. Dann sollten die Rollen nicht all zu groß sein usw. Auch sollte jedes Theaterstück eine Steigerung gegenüber vom Vorjahr bringen, weil das Publikum insgeheim danach verlangt. Alles ist schon ein wenig mit Stress verbunden. Aber dieser Stress ist auszuhalten, weil innerhalb der Truppe eine tolle Kameradschaft herrscht.

Alle Akteure sind mit Begeisterung bei der Sache. Es macht einigen auch nichts aus, dass sie zu den Proben und Aufführungen kilometerlange Anreisen haben, da sie aus anderen Orten kommen. Man kann immer wieder mit Respekt und Hochachtung vor dem großen Engagement aller Aktiven den Hut ziehen.
Respekt verdienen auch alle sichtbaren und unsichtbaren Helfer hinter der Bühne, die ebenfalls für den Erfolg des Bachfinkentheaters stehen.

Als Fazit kann man sagen, dass das Bachfinkentheater eine tolle Sache ist. Aber auch nur deshalb, weil engagierte und vor allen Dingen liebenswerte Menschen sich in seinen Dienst stellen mit dem Ziel, das Publikum gut zu unterhalten und es vor allen Dingen zum Lachen zu bringen.

Möge dieses Kulturgut noch viele Jahre seinen festen Platz auf der „Bach" haben, und möge es auch weiterhin Menschen geben, die bereit sind anderen Menschen Freude zu bereiten.