Niederhambach hat nur 334 Einwohner, gehört aber mit seiner Fläche von fast 977 ha zu den größten Gemeinden der Verbandsgemeinde Birkenfeld. Drei früher selbstständige Ortschaften – Heupweiler, Böschweiler und Burbach – folgen dem Lauf des Hambachs und sind auch gelegentlich seinen Launen ausgesetzt.
Die Landesstraße 174, die zwischen 2002 und 2008 ausgebaut wurde, verbindet die beiden Bundesstraßen 41 und 269 und führt bis zum Ferienpark Hambachtal in unserem Nachbarort Oberhambach. Im Ortsteil Burbach erreicht man den Nahe-Radweg, die Südwest-Metropolen Trier, Saarbrücken und Kaiserslautern in einer knappen Stunde Fahrzeit mit dem PKW.
Vereine der Gemeinde pflegen seit 30 Jahren eine Partnerschaft mit dem in Lothringen gelegenen und zum Departement Vosges gehörenden Bulgnéville. Hervorzuheben ist auch der Kontakt des hiesigen Sportvereins zum Japan Junior Sports Club in
Takamatsu-shi.
Geschichte
Niederhambach liegt am Unterlauf des Hambachs, der in der Talsenke von Niederbrombach in den Schwollbach mündet. Beidseitig von Landstraße und Bachlauf reihen sich die Häuser aneinander, wobei das zu einem Gemeinschaftshaus umgebaute ehemalige Schulhaus von Böschweiler den Dorfmittelpunkt bildet.
Geburtsdatum des jetzigen Niederhambach ist der 1. Oktober 1933:
Im Rahmen eines Gesetzes für den Landesteil Birkenfeld im Freistaat Oldenburg wurden zwecks Verwaltungsvereinfachung die Gemeinden Burbach, Böschweiler und Heupweiler zu einer neuen Gemeinde vereinigt: Niederhambach. Während diese Gemeinde somit erst im 76. Jahr besteht, können die einzelnen Ortsteile auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Daten zu Niederhambach:
Flächennutzung am 31.12.2008
Bodenfläche insgesamt in 9,77 qkm
Davon in %
Landwirtschaftsfläche 42,9
Waldfläche 48,0
Wasserfläche 0,5
Siedlungs- und Verkehrsfläche 8,4
Sonstige Flächen 0,2
Bevölkerungsstand am 31.12.2008
Insgesamt 334
Männer 171
Frauen 163
Altersgruppen
bis 2 Jahre 9
3 - 5 Jahre 5
6 - 15 Jahre 19
16-17 Jahre 5
18 - 19 Jahre 7
20 - 29 Jahre 44
30 - 39 Jahre 41
40 - 49 Jahre 55
50 - 59 Jahre 61
60 – 69 Jahre 49
70 - 79 Jahre 25
80 - 89 Jahre 14
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30.06.2007
54 Pendler stellen den größten Teil der Berufstätigen dar. Viele Einwohner sind im öffentlichen Dienst tätig. Bundeswehr und Amerikanische Streitkräfte sind wichtige Arbeitgeber in unserer Region.
In den letzten Jahren sind einige junge Familien nach Niederhambach gezogen und haben für Nachwuchs gesorgt. So wurden auch zwei leer stehende alte Häuser an junge Familien verkauft.
Verwaltung
Der Gemeinderat besteht aus 8 Mitgliedern.
Seit vielen Jahren wird in unserer Gemeinde die personalisierte Verhältniswahl praktiziert. So traten auch in diesem Jahr wieder 4 Listen zur Kommunalwahl an.
Dies zeugt von großem Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Belange der Ortsgemeinde einsetzen möchten.
Vereine und Aktivitäten
Niederhambach hat trotz der relativ geringen Einwohnerzahl ein ausgeprägtes Vereinsleben zu bieten. So ist es nicht verwunderlich, dass der größte Verein, der Sportverein, inzwischen mehr Mitglieder als Niederhambach Einwohner hat. Dies hat die Ursache darin, dass nicht nur 5 Fußballmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, sondern mit dem Breitensport auch früh ein weiteres Standbein des Vereins aufgebaut wurde.
Im Gemischten Chor „Die Bachfinken“, der am ersten Juliwochenende sein 125-jähriges Jubiläum feiert, singen mehr als 40 Aktive.
Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr weist über 100 Mitglieder auf.
Hier ein Überblick über die Vereinslandschaft:
Sportverein Niederhambach e.V 1977
Gemischter Chor „Die Bachfinken“ e.V
Förderverein „Freunde der Feuerwehr“ e.V
Förderverein „SV Niederhambach“ e.V
Dreschplatzgemeinschaft Burbach
Freiwillige Feuerwehr mit Förderverein
SPD Ortsverein
CDU Ortsverein
Niederhambach ist bei weitem kein verschlafenes Nest. So werden hier noch gerne Feste gefeiert. Viele Leute gehen gerne „auf die Bach“, wie Niederhambach im Volksmund genannt wird.
So findet alljährlich das viertägige Sportfest des Sportvereins statt. Auch veranstaltet der Sportverein einen Herbstmarkt und unterstreicht seine Rolle als Kulturträger.
In den Herbstferien findet eine einwöchige Ferienfreizeit statt, an der sich auch viele Kinder aus den Nachbarorten beteiligen.
Die Tradition kommt in unserem Dorf nicht zu kurz. So ziehen beim Johannisnachtssingen die Männer durchs Dorf und fordern lauthals „Eier und Speck“, die dann bei einem gemeinsamen Fest verzehrt werden.
In den Wintermonaten Dezember und Januar finden zahlreiche Aufführungen der Theaterlaienspielgruppe des Gemischten Chores statt. Viele Besucher aus Nah und Fern besuchen gerne die Aufführungen. Eingeleitet wird die Saison von einer Aufführung der Kindertheatergruppe am Wochenende des 1. Advents.
Zu den weiteren Veranstaltungen zählen die jährlich stattfindende Löwenkirmes, das Dreschplatzfest, Feuerwehrpicknick und der Martinsumzug.
Viele Festlichkeiten finden in Abstimmung mit der Ortsgemeinde Elchweiler statt: Jedes Jahr erscheint ein gemeinsamer Veranstaltungskalender und das Ostereiersuchen für die Kinder ist im jährlichen Wechsel auf Elchweilerer und Niederhambacher „Bann“.
Finanzen
Trotz der Realisierung größerer Projekte, ob Ausbau der L 174 oder Erschließung des Neubaugebiets, ist die Gemeinde schuldenfrei.
Auch hierdurch bietet sich der Gemeinde finanzieller Spielraum, um nötige Investitionen für die Zukunftsfähigkeit zu tätigen.
Wirtschaft und Versorgung
Folgende Betriebe sind in Niederhambach ansässig:
KFZ-Meisterbetrieb
Goldschmiedewerkstatt
Bio-Energiesysteme
Dachdeckerbetrieb
Baggerbetrieb
Bio-Laden
1 Haupterwerbs-Landwirt
Daneben gibt es zwei Gaststätten im Ort. Einkaufsmöglichkeiten bestehen neben dem Bio-Laden keine. Die Einwohner von Niederhambach werden jedoch mehrmals wöchentlich von Bäcker, Metzger und „rollenden Geschäften“ versorgt. Mit dem Auto, aber auch mit dem Omnibus erreicht man in ein paar Minuten die nahegelegene Kreisstadt und unseren Nachbarort Niederbrombach, um sich mit allen benötigten Utensilien zu versorgen.
Eine flächendeckende DSL-Versorgung konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erreicht werden. Der Anschluss an vorhandene Glasfaserkabel soll jedoch erfolgen. Diesbezüglich steht man in Verhandlungen mit der Deutschen Telekom.
Die Kinder im Ort erreichen auf kurzem Wege den Kindergarten und die Grundschule im Nachbarort Niederbrombach. Die weiterführenden Schulen befinden sich im ca. 6 Kilometer entfernten Birkenfeld. Die Kinder werden durch Busse zur Schule bzw. in den Kindergarten gebracht.
Initiativen und bürgerschaftliches Engagement:
In den Jahren 2003 bis 2005 wurde das alte Funktionsgebäude am Sportplatz durch ein modernes Sportheim ersetzt.
Insgesamt waren mehr als 50 Helfer beim Bau beteiligt, die mehr als 5000 Stunden in Eigenleistung erbracht haben.
Durch großzügige Materialspenden und viele freiwillige Helfer konnte der gesetzte Finanzrahmen eingehalten werden – so sind die finanziellen Belastungen für den Sportverein überschaubar.
Das mittlerweile fast 50 Jahre alte Gemeinschaftshaus, das in den 1960er-Jahren als Dorfschule gebaut wurde und den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird, soll in nächster Zeit saniert werden.
Es wurden schon Architekten mit der Planerstellung beauftragt. Noch in diesem Jahr beantragt die Gemeinde Mittel aus dem Investitionsstock.
Weit vorangeschritten sind die Planungen für ein Urnengrabfeld im Wald (vergleichbar mit Ruheforst und Friedwald, jedoch in eigener Regie). Derzeit wird das am Friedhof gelegene Wäldchen „ausgeputzt“. Noch in diesem Jahr sollen Urnenbestattungen unter den Bäumen möglich sein.
In Planung ist auch der Dorfmittelpunkt in Böschweiler. Die Gemeinde hat bereits mit Hilfe eines Fragebogens Bedarf und Grundlagen zur Gestaltung ermittelt: Neben den vorhandenen Einrichtungen sollen eine Trockenmauer, Bänke und Sitzgelegenheiten, Schautafeln, ein Zugang zum Hambach und Spielgeräte, integriert in eine Bepflanzung aus Sträuchern und Stauden den ehemaligen Dreschplatz zu einem Multifunktionsplatz erweitern.
Im Jahr 2001 hat die Gemeinde ein Neubaugebiet erschlossen, um bauwilligen jungen Bürgern Bauland zur Verfügung zu stellen. Von insgesamt 13 Bauplätzen „Am Birnbaum“ sind mittlerweile 9 bebaut. Bauwilligen können somit noch vier Bauplätze angeboten werden.
Der Preis pro m⊃2; Bauland beträgt 32 €.
Im Zuge des Ausbaus der L 174 legte die Gemeinde Gehwege an und erneuerte die Straßenbeleuchtung. Die Entwässerung erfolgt in einem modernen Trennsystem. Der Ausbau der Straße hat enorm zur positiven Entwicklung unseres Ortsbilds beigetragen.
Die im Jahre 1996 mit der Aufstellung eines Dorferneuerungskonzepts begonnene Dorferneuerung wurde nicht konsequent verfolgt und ruhte bis zum Abschluss der Ausbauarbeiten an der L 174. Mit der Teilnahme am Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2009 wurde der „Stein wieder ins Rollen gebracht“.
Wenn auch im öffentlichen Bereich der Dorferneuerung in den letzen Jahren Stillstand herrschte, so haben viele Privatleute die Fördermöglichkeiten der privaten Dorferneuerung in Anspruch genommen. So wurden schon einige historische Gebäude über die Dorferneuerung saniert und einige befinden sich aktuell in der Förderung. Viele alte Bauernhäuser bieten hier ein enormes Potenzial.
Die Gemeindeverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, das Dorferneuerungskonzept fortzuschreiben und die Dorferneuerung voranzutreiben.
Um die historische Bausubstanz im Ort zu erhalten, und um längerfristige Leerstände zu vermeiden, hofft die Gemeinde auf eine weitere Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Förderung von Altbausanierung.
Die Gemeinde Niederhambach möchte ihren Einwohnern ein lebenswertes Umfeld bieten und den Ort mit vertretbarem finanziellem Aufwand für zukünftige Generationen attraktiv gestalten. Nicht zuletzt sollen auch Anregungen und Erkenntnisse aus der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Aktivitäten zur Weiterentwicklung einfließen.